oder
Bellum omnium contra omnes omni tempore
Am 12.5.‘26 brachten die ARTE-Nachrichten ab 19.20 Uhr einen Bericht über Jugend-Militär-Trainingscamps in der Ukraine. Eigentlich war das eine Sensation, denn bisher wurde solches immer nur über das „böse“ Russland berichtet.
Es soll lt.Arte viele1 solche Camps geben. Es wurde nicht genannt, wie viele Jugendliche (ab 15 Jahren!) dort „trainieren“. Ich gehe mal von 40 aus – etwa also die Stärke eines Zuges in einer Militärkompanie. Das wären dann 8 000 Jugendliche, die dort vormilitärisch ausgebildet und „patriotisch“ ge-bildet werden. Wenn man dann noch davon ausgeht, dass die Camps sicher nicht nur einen Kurs pro Jahr anbieten, sondern vielleicht drei im Sommer und eins im Winter, so kommen wir auf 32 000 Jugendliche pro Jahr.
Das Patriotische besteht nach der Reportage darin, dass jedwedes Russische abgelehnt wird (Einzelworte, Musik – Kultur insgesamt eben) und nur noch Ukrainisches auftauchen darf. Also Hass auf den „Feind“ und undifferenzierte „Liebe“ zur eigenen Nation.
Die sind also dort auf dem Stand von 1914! Dort wurde ja auch hier propagiert, nicht mehr „Trottoir“ zu sagen, sondern „Bürgersteig“, nicht mehr „Adieu“, sondern „Auf Wiedersehen“ usw.
Im Falle von UA und RU ist diese Abgrenzung bis ins Kleinste noch schwieriger (und widersinniger) als damals zwischen DR und FR: Beide Völker haben eine eng verwandte slawische Sprache, die so ähnlich ist, dass jeder Ukrainer einen Russen und umgekehrt verstehen kann. Deswegen auch die oben genannte scharfe Abgrenzung, dass die Jugendlichen kein Wort Russisch benutzen dürfen oder keine Musik von dort hören dürfen. Das wird „verteufelt“.
Man stelle sich solche Jugendlichen in Massen auf beiden Seiten vor, die dann bei Volljährigkeit richtig an die Waffen dürfen. Was werden die wohl machen, wenn dann ein formaler Friede zwischen den Regierungen geschlossen werden sollte, mit dem sie nicht einverstanden sind?
Wohlgemerkt: Sie beherrschen die Konstruktion und das Steuern von Drohnen, die überall leicht einsetzbar sind – gar nicht zu vergleichen mit der schweren und schwierigen Installation von schweren Geschützen. Dort wird es dadurch Grenzzwischenfälle ohne Ende geben, die die jeweiligen Regierungen gar nicht mehr unter Kontrolle bekommen oder – negativ gedacht – ausnutzen können, um den ungeliebten Waffenstillstand oder den formalen Friedensschluss zu torpedieren.
Wie man sich diesen Zustand des ewigen Krieges vorstellen kann?
Man nehme Einsicht in die OSZE-Protokolle und Berichte der „Monitoring Mission“ für die Ukraine. Als Beispiel kann man den Bericht über das Jahr 2021 einsehen:
https://www.osce.org/special-monitoring-mission-to-ukraine/511327.
Es gab auch einst die täglichen Berichte. Leider findet man auf der Seite der OSZE/OSCE nur noch drei Berichte aus dem März 2022, die aber keine Einzelheiten enthalten.
Ich habe mir im Februar 2022 die Tagesberichte vom 8.2.2022 bis 22.2.2022 kopiert und kann diese bei Bedarf zusenden.
P.S.
Bellum omnium … = Ich habe einen Merkspruch von Thomas Hobbes etwas abgewandelt. Bedeutung meines Spruches: Krieg aller gegen alle zu jeder Zeit.
Georg Jankowiak
1Schon eine Woche später wurde diese Sendung in der ARTE-Mediathek nicht mehr wiedergegeben. Ich konnte daher das, was ich mir gemerkt zu haben glaubte, nicht erneut kontrollieren. Ich meine von 2000 Camps gehört zu haben, halte dies aber in der Rückschau für falsch und korrigiere – eventuell wider den Inhalt des ARTE-Berichtes – auf 200 Camps.